Bildquelle: Stadt Luxemburg
Präventionskonzept
Das Hauptziel dieses Projekts, das 2023 begann, istdie Verbesserung der Prävention für die Gemeinde und die (potenziell) Betroffenen. Um dies zu erreichen, werden die folgenden Punkte behandelt:
- Technische Analyse der Hochwasser- und Starkregenrisikokarten
- Identifizierung von Problempunkten und Risikobereichen
- Risikoanalyse
- Entwicklung von Maßnahmen (in der Nähe von Wasserläufen und im Wassereinzugsgebiet)
- Einführung detaillierter Modelle zur besseren Darstellung der Risiken von Hochwasser und Starkregen für verschiedene Szenarien
- Überprüfung der Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen mit Hilfe detaillierter Modelle
- Analyse der Bodenerosion im Einzugsgebiet (z.B. auf landwirtschaftlichen Flächen)
- Empfehlungen für die Anpassung von Bebauungsplänen
- Entwicklung eines allgemeinen Konzepts von Maßnahmen für die Gemeinde
- Schutz sensibler Gebäude mit individuellen Schutzmaßnahmen
Eine weitere Machbarkeitsstudie über die Renaturierung des Rests der Gander auf Gemeindegebiet wird in die Arbeiten am Präventionskonzept einbezogen. Die Auswirkungen und die Effektivität geplanter Maßnahmen werden mit Hilfe eines hydraulischen Flussmodells überprüft. Besondere Aufmerksamkeit wird in diesem Projekt der ökologischen Komponente und der natürlichen Entwicklung des Flusses gewidmet.
Der Entwurf umfasst auch :
- Der Bau einer Limnimeterstation an der Gander
- Die Erstellung eines Alarm- und Einsatzplans “Hochwasser und Starkregen” für die Einsatzkräfte (CGDIS und Gemeinde). In einem Einsatzplan werden die Koordination der Einsatzkräfte und die taktischen Entscheidungen der Einsatzleitung definiert und in Form von Handlungsanweisungen zusammengefasst.
Persönliche Vorbeugung und persönlicher Schutz
Anders als bei der Entwässerung auf privatem Grund ist die persönliche Vorsorge im luxemburgischen Recht nicht festgelegt. Die Verantwortung für den Schutz des Eigentums liegt jedoch in der Regel weiterhin beim Eigentümer. Man muss sich immer bewusst sein, dass die Ressourcen der Gemeinde und des Staates begrenzt sind, die Gemeinde Mondorf-les-Bains hat viele verschiedene Handlungsfelder in Bezug auf Überschwemmungen.
Allen Personen, die potenziell von Hochwasser und/oder starken Regenfällen betroffen sind, wird empfohlen, persönliche Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um sich vor negativen Folgen zu schützen und Schäden durch Überschwemmungen zu reduzieren. Die persönliche Vorsorge bezieht sich sowohl auf das Gebäude als auch auf das Grundstück und die Entwässerung des Grundstücks. Gemäß Artikel 4 der Kanalisationsordnung(Link zum Dokument) der Gemeinde Mondorf-les-Bains ist der Eigentümer verpflichtet, eine Rückstausicherungzu installieren, die einen Rückstau aus der Kanalisation auch bei einer Überschwemmung der Straße verhindert.

Die folgenden Aspekte sollten berücksichtigt werden, um Schäden durch Überschwemmungen zu verhindern:
- Ist mein Gebäude gefährdet?
Die zuständigen Behörden stellen Informationen zur Verfügung, um die eigene Situation zu beurteilen.
- Wie und auf welchen Wegen kann Wasser in mein Haus eindringen?
- Welche baulichen Schutzmaßnahmen sind zu ergreifen?
- Hochwassergerechte Nutzung des Geländes und des Gebäudes
- Vorbeugung von Risiken
- Das richtige Verhalten an den Tag legen
Wie bewerte ich das Risiko für mein Gebäude?
Eigentümer können ihr Gebäude auf den Hochwasser- und Starkregenkarten lokalisieren, um die lokale Gefahrensituation zu bewerten. Die Karten geben Aufschluss darüber, ob und in welchem Umfang ein bestehendes Gebäude betroffen ist oder ob ein Standort für den Bau eines neuen Gebäudes geeignet ist. Die ermittelte Gefahrensituation ermöglicht eine grobe Einschätzung, ob individuelle Schutzmaßnahmen oder hochwasserangepasste Bauweisen erforderlich sind.
Wichtiger Hinweis:
Ab einem bestimmten Risikoniveau ist es selbst mit umfangreichen Präventivmaßnahmen nicht mehr möglich, einen wirksamen Schutz aufzubauen. Die folgenden Erfahrungswerte sind zu beachten:
- Wasserhöhe > 1 m in der Nähe des Gebäudes (eventuell früher, je nach Bauart)
- Fließgeschwindigkeit > 1,5 m/s
Wenn diese Grenzwerte bei Überschwemmungen häufig überschritten werden, sollten spezielle Anpassungen der Nutzung und Prävention in Betracht gezogen werden. Es ist unbedingt erforderlich, einen Spezialisten hinzuzuziehen, um das Risiko im Detail zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.
Wie kann Wasser in mein Haus eindringen?
Wasser, sei es von einem Hochwasser oder von starken Regenfällen, kann auf verschiedene Weise in ein Gebäude eindringen. Das Eindringen von Wasser ist gleichbedeutend mit einem Schaden, weshalb es in der Regel verhindert werden muss, um verschiedene Arten von Schäden zu vermeiden
- Eindringen von Grundwasser durch den Boden und die Wände des Untergeschosses (Wasseransammlung im Boden, kapillarer Wasseranstieg)
- Rückstau von Wasser aus der Kanalisation. Gemäß Artikel 4 der Kanalisationsordnung (Link zum Dokument) der Gemeinde Mondorf-les-Bains ist der Eigentümer verpflichtet, eine Rückstausicherung zu installieren, die einen Rückstau aus der Kanalisation selbst bei einer Überschwemmung der Straße verhindert.
- Eintritt von Oberflächenwasser durch Fenster und Türen (Erdgeschoss und Untergeschoss, Lichtschächte oder das Garagentor unten).
- Wenn die Dachrinnen und Fallrohre verstopft sind, läuft der Regen an den Hauswänden entlang und kann in das Gebäude eindringen.
- Wasser kann durch das Dach eindringen, wenn es an den Verbindungspunkten und -elementen Lecks gibt.
Wasser folgt dem Weg des geringsten Widerstandes und dringt daher durch die Schwachstellen des Gebäudes ein. Dies sind in den meisten Fällen Fenster, Türen, Lichtschächte oder Leitungssysteme.
Das Eindringen von Wasser durch die Gebäudehülle ist ebenfalls möglich, abhängig von der Dauer der Überschwemmung und den Eigenschaften der verwendeten Baumaterialien sowie dem Zustand des Mauerwerks.
Ein einziger Eintrittsweg kann zu einer vollständigen Überflutung des Gebäudes bis zum Wasserstand außerhalb des Gebäudes führen. Wasser kann auch feine Partikel und Trümmer mit sich führen, die sich im Gebäude ablagern können und ein Kontaminationsrisiko darstellen.
Auch die auf das Gebäude wirkenden Kräfte ändern sich, wenn das Gebäude geflutet wird, der von außen auf das Gebäude ausgeübte Wasserdruck wird kompensiert. In einigen Fällen kann es daher ratsam sein, das Gebäude gezielt zu fluten, um seine Stabilität zu gewährleisten. Andererseits kann das Abpumpen von Wasser aus dem Gebäude nach außen zu erhöhten Belastungen, Setzungen und Unterspülungen oder sogar zum Einsturz des Gebäudes führen.
Die Auswirkungen auf das Gebäude bei einer Überschwemmung sind sehr zahlreich und komplex, daher sollte unbedingt ein Spezialist hinzugezogen werden, um die Gefahrensituation im Detail zu beurteilen und Maßnahmen zu entwickeln.
Konstruktive Schutzmaßnahmen
Welche konstruktiven Maßnahmen können ergriffen werden?
Die Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und Starkregen für private Gebäude erfordert in der Regel die Beteiligung eines Experten. Gemeinsam werden die Problemstellen analysiert, das Risiko bestimmt und gezielte Maßnahmen ergriffen.
Zu den wirksamen Schutzsystemen für ein gefährdetes Gebäude gehören (unter anderem):
- Druckwasserdichte Fenster und Türen
- Dammbalken an der Gebäudehülle und (wenn erlaubt) an der Grundstücksgrenze
- Andere bauliche Veränderungen, z.B. das Einmauern von Kellerfenstern und Kellerabgängen
- Sandsäcke, Pumpen (mit Pumpensumpf und Notgenerator)
Wichtig:
Die Umsetzung von Maßnahmen (wie z.B. der Schutz des Grundstücks durch eine Mauer) darf die Situation für Nachbarn oder Dritte im Falle einer Überschwemmung nicht verschlechtern. Dies ist ein wichtiges Kriterium für die finanzielle Unterstützung (Link zu “Finanzielle Unterstützung von privaten Maßnahmen”) von Maßnahmen!
Konkrete Informationen zur Vorbeugung und zum Schutz Ihres Gebäudes finden Sie in einer Reihe von Broschüren, Empfehlungen und Internetressourcen.
- “Leitfaden für Bauprojekte in Überschwemmungsgebieten” der Wasserwirtschaftsverwaltung [4],
- Leitfaden zum Hochwasserschutz des deutschen Bundesministeriums für Wohnungswesen, Stadtentwicklung und Bauwesen [5],
- “Land unter – Ein Ratgeber für Hochwassergefährdete und solche, die nicht werden wollen”[6],
- Erklärungsvideos des deutschen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
- Erklärungsvideos über DWA Starkregen

Finanzielle Unterstützung für private Maßnahmen
Die Verbesserung der persönlichen Prävention durch die Umsetzung von Maßnahmen zum Schutz des Gebäudes wird durch staatliche Mittel gefördert. Staatliche Zuschüsse können von jedermann beantragt werden, unabhängig davon, ob es sich um Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden oder andere handelt.
Das Ziel des Zuschusses ist es, durch Überschwemmungen bedrohte Gebäude durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Das Förderprogramm für den Schutz von Gebäuden umfasst nur Barrieren für den Wassereintritt direkt an der Gebäudehülle, um das Risiko negativer Auswirkungen auf die Unterlieger zu minimieren.
Verbesserung der persönlichen Vorsorge und Grundlage für die Beantragung von Zuschüssen:
- bis zu 75%
- bis zu 20.000 Euro für ein Einfamilienhaus
- bis zu 45.000 Euro für ein Mehrfamilienhaus oder eine Wohnanlage
- bis zu 75.000 Euro für Gebäude für kommerzielle, wirtschaftliche, kulturelle oder öffentliche Zwecke
Weitere Informationen über die Förderung finden Sie in den “Erläuterungen zur staatlichen Förderung von Objektschutz an Gebäuden gegen Hochwasser”, Version 12.07.2022 (Link zum Dokument).

Versicherung und Risikovorsorge
Schäden können nie ausgeschlossen werden, auch nicht bei einer umfassenden Umsetzung von Präventivmaßnahmen für das Gebäude. Schutzsysteme wie Dammbalken sind auf einer bestimmten Höhe befestigt und stellen keinen wirksamen Schutz mehr dar, wenn das Wasser eine höhere Ebene erreicht. Außerdem kann es jederzeit zu einem technischen Versagen der Schutzvorrichtungen kommen.
Es gibt also immer ein Restrisiko!
Eine Versicherung gegen Naturkatastrophen deckt in der Regel Sachschäden, die durch starke Regenfälle und Hochwasser verursacht werden. Der Beitrag hängt im Allgemeinen von dem Risiko ab, dem Ihr Gebäude ausgesetzt ist. Die Richtlinien und Anforderungen der Versicherer sollten überprüft und verglichen werden. Bereits ergriffene Schutzmaßnahmen können möglicherweise den Beitrag senken, während die Nichteinhaltung bestimmter Verpflichtungen, wie das Fehlen eines Rückstausicherungssystems, die Leistungen des Versicherers einschränken kann.
Es wird immer empfohlen, über persönliche finanzielle Reserven und Garantien zu verfügen.

Die hier aufgeführten Versicherungen sind das Ergebnis einer objektiven und unparteiischen Online-Recherche und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
Verhalten in Notfällen
Eine Überschwemmung birgt direkte und indirekte Risiken, die in der Vergangenheit bereits viele Menschen das Leben gekostet haben. Wasser kann eine enorme Kraft haben, gegen die man sich nicht wehren kann, insbesondere wenn die Fließgeschwindigkeit hoch ist. Darüber hinaus können Überschwemmungen zu Kurzschlüssen führen, Gebäude unterspülen, Rettungskräften den Weg versperren und andere negative Folgen haben. Sie können sich und andere schützen und tragische Unfälle vermeiden, indem Sie sich richtig verhalten!
Das Wichtigste ist, in jeder Situation überlegt zu handeln. Bleiben Sie ruhig und folgen Sie den Anweisungen der Einsatz- und Rettungskräfte. Begeben Sie sich niemals in einen überfluteten Keller, um Sachwerte zu retten und fahren Sie nicht mit dem Auto in überflutete Gebiete.
Der Schutz und die Rettung von Menschenleben hat immer Vorrang vor der Erhaltung materieller Güter und der Neugier.







